Bad Vöslau – In der Modellregion Thermenlinie trafen sich kürzlich Vertreterinnen und Vertreter der Mitgliedsgemeinden in Bad Vöslau, um sich über die wachsenden Herausforderungen durch Extremwetterereignisse zu informieren und gemeinsam an zukunftsfähigen Lösungen zu arbeiten. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand das Thema Regenwassermanagement in Gemeinden – ein zentraler Baustein der Klimawandelanpassung in der KLAR! Region Thermenlinie.
Aktuelle Klimadaten zeigen: Zwar steigen die jährlichen Niederschlagsmengen insgesamt nur geringfügig, doch Starkregenereignisse und maximale Tagesniederschläge nehmen deutlich zu. Ursache ist die steigende Lufttemperatur – warme Luft kann mehr Feuchtigkeit speichern, die sich bei Gewittern schlagartig entlädt. Die Folgen reichen von überlasteten Kanalsystemen über Überschwemmungen bis hin zu Schäden an Infrastruktur und Gebäuden.
Um diesen Entwicklungen wirksam zu begegnen, tauschten sich die Gemeinden mit Vertreterinnen der Siedlungswasserwirtschaft des Landes Niederösterreich über mögliche Maßnahmen aus. Dabei wurde deutlich: Vorsorge ist langfristig deutlich günstiger als die Bewältigung der Folgekosten von Starkregenereignissen, die in den kommenden Jahrzehnten weiter steigen werden.
Ein Höhepunkt der Veranstaltung war die Besichtigung des Vorzeigeprojekts „Schwammstadt“ in Bad Vöslau. Vor Ort wurde gezeigt, wie Regenwasser selbst in dicht verbauten Gebieten gespeichert und für Pflanzen verfügbar gemacht werden kann. Das Konzept trägt nicht nur zur Entlastung der Kanalisation bei, sondern verbessert auch das Stadtklima und die Lebensqualität.
Ergänzend präsentierten Expertinnen und Experten von YEWO Landscapes sowie der Firma ACO GmbH aus Baden innovative Lösungen aus dem Bereich „Green City“. Sie zeigten auf, welche technischen und naturnahen Systeme heute bereits umsetzbar sind und wie sich Regenwasser als wertvolle Ressource nutzen lässt.
Ein weiteres zentrales Thema waren die Fördermöglichkeiten für Gemeinden. Angesichts knapper öffentlicher Budgets ist es entscheidend, vorhandene Unterstützungsprogramme optimal zu nutzen, um Investitionen in klimaresiliente Infrastruktur zu ermöglichen.
Die Veranstaltung machte deutlich: Regenwassermanagement ist keine Zukunftsfrage mehr, sondern eine dringende Aufgabe der Gegenwart.

