3. Regionstag in Wiener Neudorf: Die Thermenlinie zeigt, wie Zusammenarbeit gelingt

Okt. 23, 2026 | Allgemein

Was haben eine Kläranlage in Guntramsdorf, eine Energiegemeinschaft in Bad Vöslau und eine Naturwiese in Mödling gemeinsam? Sie alle sind Teil einer Region, in der Gemeinden ihre Herausforderungen nicht alleine lösen. Beim 3. Regionstag der Modellregion Thermenlinie am 21. Oktober im Migazzi Haus in Wiener Neudorf standen deshalb vor allem jene Menschen im Mittelpunkt, die Projekte vor Ort umsetzen.

Schon am Nachmittag war Mitdenken gefragt: Bei der Klima-Escape-Box mit Michaela Aschenbrenner vom Klimabündnis galt es, gemeinsam knifflige Rätsel rund um den Klimawandel zu lösen. Mit dabei war unter anderem auch Bad Vöslaus Bürgermeister Christian Flammer, der sich gemeinsam mit den anderen Teilnehmenden den Herausforderungen stellte.

Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Herbert Janschka und die Obleute Christoph Kainz, Natalie Scharschon und Robert Weber wurde es konkret: Claudia Czvitkovich von der Kläranlage Guntramsdorf erzählte, warum sich Klärwärterinnen und Klärwärter aus der Region neuerdings regelmäßig austauschen. Christoph Fabianek aus Bad Vöslau berichtete, wie Energiegemeinschaften Menschen verbinden, und Fritz Hudribusch zeigte, wie Wiener Neudorf durch gemeinsame Windmessungen rund 15.000 Euro einsparen konnte.

Auch in Kottingbrunn wurde gemeinsam angepackt: Rund 30 Bürgerinnen und Bürger entwickelten mit Unterstützung der Klima- und Energie-Modellregion (KEM) Ideen für die Zukunft ihrer Gemeinde. Weitere Schwerpunkte waren Batteriespeicher, Energieraumplanung und eine effizientere Nutzung regionaler Energie.

Nach dem heißen Sommer war auch die Frage präsent, wie unsere Gemeinden künftig kühl bleiben. Die Klimawandel-Anpassungsmodellregion (KLAR!) beschäftigt sich mit dem Erhalt von Kaltluftströmen, der Begrünung öffentlicher Räume und dem Schutz wertvoller Grünflächen. Denn Bäume, Wiesen und gesunde Böden speichern Wasser und verbessern das Mikroklima. Wie das praktisch funktioniert, zeigten zwölf neue Naturwiesen in Mödling, Trockensteinmauern und klimafitte Staudenbeete in Gumpoldskirchen sowie ein Pilotprojekt gegen invasive Götterbäume in Bad Vöslau.

Was das Universum mit unserer Klimakrise zu tun hat

Einen besonderen Höhepunkt lieferte Astronom Dr. Florian Freistetter von den Science Busters. Unter dem Titel „Was man vom Universum über die Klimakrise lernen kann“ nahm er das Publikum mit auf eine gedankliche Reise ins All – und zurück zur Erde. Mit wissenschaftlichem Wissen, überraschenden Perspektiven und einer guten Portion Humor näherte er sich einer Frage, die uns alle betrifft: Was können wir aus dem Blick auf das Universum über unseren eigenen Planeten lernen? Der Vortrag brachte eine andere Perspektive in die Klimadebatte und zeigte, dass sich auch ernste Themen verständlich und unterhaltsam vermitteln lassen.

Bei regionalem Wein und Schmankerln wurde anschließend weiterdiskutiert.

Zehn Gemeinden, rund 90.000 Menschen – und die Erkenntnis, dass nicht jed

e Gemeinde das Rad neu erfinden muss. Manchmal reicht es schon, miteinander zu reden.